2026: LinkedIn hat sich verändert: Diese 8 Dinge müssen Sie jetzt tun, um sichtbar zu bleiben

2026: LinkedIn hat sich verändert: Diese 8 Dinge müssen Sie jetzt tun, um sichtbar zu bleiben

Bild: SeventyFour (Canva)

Früher haben Ihre Posts gut funktioniert. Heute ist die Reichweite deutlich kleiner? Das frustriert. Aber: Das bedeutet nicht, dass LinkedIn „nicht mehr geht“. Es bedeutet nur, dass sich die Regeln verändert haben. LinkedIn will 2026 vor allem eins: Beiträge, die Menschen wirklich helfen.

Und Beiträge, bei denen Menschen anfangen, zu lesen, zu reagieren, zu kommentieren und schließlich zu speichern oder zu teilen. Wenn Sie diese Logik verstehen, können Sie Ihre Strategie anpassen – und wieder sichtbar werden.

Das Wichtigste in Kürze

Wenn Sie 2026 auf LinkedIn sichtbar bleiben wollen, brauchen Sie vor allem:

  • Klare Themen: Entscheiden Sie sich für 2–3 Kernthemen, für die Sie stehen wollen. So versteht LinkedIn Ihr Profil besser – und Menschen erkennen schneller, warum sie Ihnen folgen sollten.
  • Echte Kommentare statt nur Likes: Likes sind schnell, Kommentare zeigen echtes Interesse. Stellen Sie deshalb Fragen und laden Sie zur Diskussion ein, denn Gespräche erhöhen Ihre Sichtbarkeit.
  • Inhalte, die länger gelesen werden: Wenn Menschen länger bei Ihrem Beitrag bleiben, ist das ein starkes Signal. Schreiben Sie klar strukturiert, mit guten Einstiegen und konkreten Beispielen, damit Leser*innen dranbleiben.
  • Native Formate wie Karussell und Video: Karussells und Videos halten Nutzer*innen oft länger auf der Plattform. Nutzen Sie diese Formate, um Inhalte in kleinen Schritten zu erklären und Aufmerksamkeit zu binden.
  • Ein aktives Netzwerk: Sichtbarkeit entsteht durch Beziehungen, nicht nur durch Posts. Kommentieren Sie regelmäßig bei anderen und antworten Sie auf Reaktionen – so wächst Vertrauen und Reichweite.
  • Relevanz zählt mehr als „neu“: LinkedIn spielt Beiträge stärker nach Interesse und Passung aus, nicht nur nach Zeitpunkt. Darum ist thematische Klarheit wichtiger als „möglichst oft posten“.

 

Viele Inhalte werden heute stärker nach Relevanz ausgespielt – nicht nur nach „neu“. Außerdem spielt Verweildauer eine wichtige Rolle.

Relevanz und Themenautorität

LinkedIn belohnt 2026 weniger „Hauptsache aktiv“ – und stärker klare Einordnung. Das heißt: Der Algorithmus (und Ihre Leser*innen) wollen schnell verstehen, wer Sie sind, welches Problem Sie lösen und für wen Ihre Inhalte gedacht sind. Wenn das klar ist, werden Ihre Beiträge häufiger den Menschen gezeigt, die genau dafür empfänglich sind.

 

Warum Fokus  wichtig ist

LinkedIn versucht bei jedem Beitrag, 3 Dinge zu „sortieren“:

  1. Thema: Worum geht es hier genau?
  2. Zielgruppe: Wer findet das wahrscheinlich hilfreich oder interessant?
  3. Passung: Passt dieser Beitrag zu dem, was man von Ihnen kennt?

 

Wenn Sie heute über Recruiting, morgen über Ernährung, dann über Krypto, dann über Mindset schreiben, entsteht kein klares Bild. Der Algorithmus kann schwerer zuordnen, wem er Ihren Content zeigen soll. Und Menschen denken eher: „Aha – wofür steht diese Person eigentlich?“

 

Merksatz: Fokus macht Sie leichter „einordbar“. Und Einordnung bringt Reichweite.

 

Typische Fehler, die Ihren Fokus kaputt machen

Viele Profile verlieren Sichtbarkeit, weil sie (unbewusst) in diese Fallen rutschen:

  • Zu viele Themen gleichzeitig: Alles ist „irgendwie wichtig“, aber nichts bleibt hängen.
  • Zu breite Aussagen: „Marketing ist wichtig“ – ja, aber für wen, in welchem Kontext, mit welchem Ziel?
  • Zu viel Trend-Hopping: Heute der neue Hype, morgen der nächste – wirkt unklar.
  • Kein roter Faden: Einzelne Posts sind gut, aber zusammen ergeben sie kein Profil.

 

Kommentare sind wichtiger als Likes

Ein Like ist schnell geklickt. Ein Kommentar bedeutet: „Ich habe mich wirklich damit beschäftigt.“ Genau deshalb zählt LinkedIn Kommentare oft stärker. „Meaningful Engagement“ ist ein wichtiges Signal: echte Reaktionen, echte Gespräche, echter Austausch.

So bekommen Sie mehr Kommentare

Stellen Sie Fragen, die leicht zu beantworten sind, zum Beispiel:

  • „Wie sehen Sie das?“
  • „Welche Erfahrung haben Sie gemacht?“
  • „Was würden Sie anders machen?“
  • „Welche Variante passt besser – und warum?“

 

Und: Antworten Sie auf Kommentare.
Nicht nur mit „Danke“, sondern mit einer kleinen Anschlussfrage. So entsteht ein Gespräch.

Beispiel:
„Spannend, danke! Was war bei Ihnen der Auslöser dafür?“

Authentizität schlägt KI-Floskeln

2026 klingen viele Beiträge auf LinkedIn sehr ähnlich. Oft sind es glatte Texte ohne echte Meinung. Das Problem: Menschen merken das schnell. Und wenn Menschen abspringen, sinkt die Chance auf Sichtbarkeit.

LinkedIn nutzt Signale wie Verweildauer: Wie lange bleiben Menschen bei Ihrem Beitrag?

KI ist okay, aber bitte mit Ihrer Stimme

Sie dürfen KI nutzen. Viele tun das. Wichtig ist: Machen Sie den Text zu Ihrem Text.

Das geht so:

  • Nutzen Sie echte Beispiele aus Ihrem Alltag.
  • Schreiben Sie klar und einfach.
  • Vermeiden Sie Buzzwords („disruptiv“, „skalieren“, „Gamechanger“).
  • Zeigen Sie Ihre Prinzipien („Ich finde …“, „Ich empfehle …“, „Ich war überrascht, weil …“).

 

Mini-Test: Lesen Sie Ihren Post laut vor. Klingt es wie Sie? Dann passt es.

Konzistenz ist wichtiger als jeden Tag posten

Sie müssen nicht täglich posten. Oft ist das sogar zu viel – und wirkt hektisch.

Besser ist: regelmäßig und planbar. Ein guter Rhythmus für viele Profile:

 

  • 2–3 Posts pro Woche
  • möglichst an festen Tagen
  • mit Zeit für Austausch danach

 

LinkedIn verteilt Inhalte stärker nach Relevanz und Interessen – nicht nur nach Aktualität.

Wichtig: Wenn Sie posten, planen Sie auch die Zeit danach ein. Denn Kommentare und Antworten gehören zur Leistung dazu.

 

Native Formate funktionieren oft besser

LinkedIn möchte, dass Nutzer*innen auf LinkedIn bleiben. Darum funktionieren Formate gut, die Menschen länger beschäftigen:

 

  • Karussell-Posts (Dokument/Slides)
  • native Videos
  • gut strukturierte Textposts (mit klarer Führung)

 

Karussells und native Inhalte werden häufig empfohlen, weil sie Verweildauer erhöhen und Aufmerksamkeit binden.

 

Ihre Formel für einen guten Karussell-Post

R

Erste Folie

klares Versprechen („Sie lernen X“)

R

Folie 2-6

Schritte, Beispiele, Fehler

R

Letzte Folie

klare Frage oder Mini-CTA („Was setzen Sie davon um?“)

Ihre Formel für ein gutes Video

R

20–60 Sekunden

R

eine Botschaft pro Video

R

Handy reicht völlig

R

lieber echt als perfekt

Die ersten Stunden sind wichtig – und Ihr Verhalten auch

Ja, die Startphase zählt. Aber heute gilt auch: LinkedIn kann Beiträge später wieder hochspielen, wenn sie relevant sind.

So nutzen Sie die Startphase:

  • Posten Sie nur, wenn Sie danach 30–60 Minuten Zeit haben.
  • Antworten Sie zügig auf Kommentare.
  • Ermutigen Sie zu Diskussionen (mit Rückfragen).
  • Teilen Sie den Post gezielt (nicht wahllos).

Merksatz: Nicht „pushen“. Sondern „Gespräch ermöglichen“.

Netzwerk schlägt „virale Reichweite“

Viele unterschätzen es: Sichtbarkeit entsteht durch Beziehungen. Menschen interagieren eher mit Personen, die sie kennen und schätzen.

Wenn Sie nur posten, aber nie interagieren, wird Ihr Profil „kalt“.
Dann gibt es weniger Kommentare – und damit weniger Sichtbarkeit.

15-Minuten-Netzwerk-Routine pro Tag: 

  • 5 Minuten: 3 Beiträge kommentieren (mit Substanz)
  • 5 Minuten: 1 Person ehrlich gratulieren oder nachfragen
  • 5 Minuten: Antworten auf Kommentare unter Ihren Posts

Das ist einfach. Aber sehr wirksam.

Profil und Content müssen zusammenpassen

Viele Menschen posten gute Inhalte – aber verlieren trotzdem Follower*innen und Anfragen. Der Grund ist oft nicht der Post, sondern das Profil. Denn ein Post ist meist nur der „erste Kontakt“. Die Entscheidung fällt auf Ihrem Profil.

Was nach einem guten Post fast immer passiert

Wenn jemand Ihren Beitrag gut findet, läuft im Kopf eine einfache Prüfung:

  1. Jemand sieht Ihren Post und denkt: „Interessant.“
  2. Die Person klickt auf Ihr Profil, um mehr über Sie zu erfahren.
  3. Dann kommt die Frage: Kontaktaufnahme – oder wegklicken.

 

Das heißt: Ihr Profil muss die Erwartungen erfüllen, die Ihr Content weckt. Wenn Sie über ein Thema posten, aber Ihr Profil wirkt ganz anders, verlieren Sie Vertrauen und damit Conversion (also: Follows, Klicks, Anfragen).

 

Merksatz: Content bringt Aufmerksamkeit. Das Profil macht daraus Vertrauen.

Mini-Profil-Check

  • Headline: Wem helfen Sie und wobei?
  • Info/About: kurz, klar, konkret
  • Featured: 2–3 beste Inhalte (Karussell, Case, Angebot)
  • Kontakt: leicht auffindbar (Website, E-Mail, Terminlink)

Möchten Sie auf LinkedIn wieder sichtbar werden – mit klaren Themen, starken Hooks und Posts, die echte Kommentare auslösen? Dann starten Sie jetzt: Schreiben Sie mir eine Nachricht. 

FAQ: LinkedIn hat sich 2026 verändert – so bleiben Sie sichtbar

Was ist 2026 auf LinkedIn der wichtigste Unterschied zu früher?

LinkedIn bewertet stärker, ob Ihr Beitrag für die richtigen Menschen relevant ist – nicht nur, ob er neu ist. Es geht mehr um „Passung“ und weniger um „laut sein“.

Was bedeutet „Relevanz“ auf LinkedIn ganz konkret?

Relevanz heißt: Ihr Beitrag passt zu den Interessen und dem Verhalten Ihrer Zielgruppe. LinkedIn schaut u. a. darauf, wer mit Ihrem Post interagiert und ob die Interaktion „sinnvoll“ ist (z. B. Kommentare, Saves).

Was ist „Themenautorität“ und warum ist sie so wichtig?

Themenautorität bedeutet: Sie werden als verlässliche Stimme für 2–3 Themen wahrgenommen. Wenn Sie regelmäßig dazu posten, kann LinkedIn Ihre Inhalte leichter zuordnen – und Leser*innen verstehen schneller, warum sie Ihnen folgen sollten.

Wie viele Kernthemen sollte ich bespielen?

Am besten 2–3 Kernthemen. Dann bleiben Sie klar erkennbar und wirken nicht „beliebig“. (Wenn Sie 10 Themen mischen, wirkt es für den Algorithmus und für Leser*innen unklar.)

Muss ich 2026 täglich posten, um Reichweite zu bekommen?

Nein. LinkedIn empfiehlt eher konsequent zu posten statt „Dauerfeuer“. Gyanda Sachdeva nennt als Richtwert 2–5 Posts pro Woche; sogar 2 Posts/Woche können im Schnitt deutlich mehr Profilaufrufe bringen.

Warum sind Kommentare wichtiger als Likes?

Ein Like ist schnell, ein Kommentar zeigt echtes Interesse. LinkedIn bewertet „Feedback“ wie Kommentare, Saves, Shares stärker, weil daraus echte Gespräche entstehen.

Was ist die „Verweildauer“ – und warum zählt sie so stark?

Verweildauer (Dwell Time) bedeutet: Wie lange Menschen bei Ihrem Beitrag bleiben (lesen, anschauen, im Kommentarbereich hängen bleiben). LinkedIn beschreibt in Engineering-Beiträgen, dass „time spent“ genutzt wird, um das Feed-Ranking zu verbessern.

Wie erhöhe ich die Verweildauer, ohne Clickbait zu machen?

Schreiben Sie so, dass man leicht dranbleibt: kurze Absätze, klare Zwischenzeilen, konkrete Beispiele. Helfen Sie Leser*innen schnell zu verstehen, was sie im Post bekommen (z. B. „3 Schritte“, „5 Fehler“, „1 Vorlage“).

Welche Formate funktionieren 2026 besonders gut?

Formate, die Menschen länger beschäftigen, sind oft im Vorteil: Dokument-/Karussell-Posts und native Videos. Sie erhöhen häufig die Zeit, die Nutzer*innen beim Inhalt bleiben.

Was heißt „native Formate“ genau?

„Native“ bedeutet: Inhalte direkt auf LinkedIn (z. B. Video-Upload, Dokument-Karussell), statt nur einen externen Link zu posten. So bleibt die Aufmerksamkeit eher auf der Plattform – und das kann sich positiv auf Reichweite auswirken.

Entscheidet sich die Reichweite wirklich in der ersten Stunde?

Die Startphase ist wichtig, weil frühe sinnvolle Signale helfen (Kommentare, Saves, passende Interaktion). Aber: LinkedIn kann Beiträge auch später weiter ausspielen, wenn sie relevant bleiben – deshalb lohnt sich gutes Community-Management auch nach dem Posten.

Was sollte ich direkt nach dem Posten tun?

Planen Sie 20–45 Minuten ein, um Kommentare zu beantworten und das Gespräch zu führen. Antworten Sie nicht nur mit „Danke“, sondern mit einer Rückfrage oder einem Beispiel – so bleibt der Thread lebendig.

Wie wichtig ist mein Profil für Sichtbarkeit?

Sehr wichtig: Viele Menschen klicken nach einem guten Post auf Ihr Profil und entscheiden dort, ob sie Ihnen folgen oder Sie kontaktieren. Wenn Profil und Content nicht zusammenpassen, verlieren Sie Follows und Anfragen – obwohl der Post gut war.

Was gehört in einen schnellen „Mini-Profil-Check“?

  • Headline: Wen helfen Sie und wobei – in einem klaren Satz.
  • Info/About: kurz, konkret, mit Beispielen statt Floskeln.
  • Featured: 2–3 starke Inhalte (z. B. Karussell + Case + Angebot).
  • Kontakt: Website/E-Mail/Terminlink sofort auffindbar.

Darf ich KI für LinkedIn-Posts nutzen?

Ja – aber achten Sie darauf, dass es nach Ihnen klingt. Vermeiden Sie generische Phrasen, fügen Sie echte Beispiele und klare Aussagen hinzu, damit Ihr Content „menschlich“ wirkt und länger gelesen wird.

Marielle Viola Morawitz

Marielle Viola Morawitz

Expertin für digitale Sichtbarkeit

Dieser Beitrag wurde von Marielle Viola Morawitz, Inhaberin der Berliner Agentur 2komma8 – Büro für Text, Fotografie und Grafikdesign verfasst. Sie unterstützt Unternehmen und Selbstständige dabei, digital sichtbar zu werden – mit klarer Positionierung, starken Hooks und Content, der echte Gespräche auslöst. Ihr Fokus liegt auf Strategien, die Reichweite in Vertrauen verwandeln: Themenautorität, Community-Aufbau und Formate wie Karussell und Video.

Ein Song in 30 Sekunden? Wie Suno AI die Musikproduktion auf den Kopf stellt

Ein Song in 30 Sekunden? Wie Suno AI die Musikproduktion auf den Kopf stellt

Bild: Marielle Viola Morawitz – 2komma8, mithilfe des generativen KI-Modells FLUX.1 Kontext [max]

Eine zündende Idee, doch keine Sekunde Zeit, Musiker*innen oder ein Studio zu organisieren? Genau hier setzt Suno AI an: ein KI-Tool, das verspricht, binnen Sekunden aus ein paar Worten einen vollständigen Song zu komponieren. Keine Noten, kein Mikrofon, kein Mischpult. Nur Sie, ein Prompt – und ein Track, der sich hören lässt.

Aber kann das wirklich funktionieren? Klingt das Ergebnis nach Musik oder nach Maschinenlärm? Und dürfen Sie den Song überhaupt kommerziell nutzen? Wir arbeiten seit vielen Monaten mit Suno und liefern Antworten, Einschätzungen und konkrete Tipps.

Was ist Suno AI?

Suno AI ist ein webbasiertes KI-Tool, das aus Textanweisungen komplette Songs generiert – inklusive Instrumenten, Gesang und Stimmung. Entwickelt wurde es von einem US-Startup mit dem Ziel, Musikproduktion radikal zu vereinfachen. Das Motto: Musik soll so einfach und zugänglich sein wie das Schreiben einer E-Mail.

Besondere Funktionen:

  • Text-to-Music: aus einer kurzen Beschreibung entsteht ein ganzer Song
  • KI-Gesang: realistisch klingende, synthetische Stimmen
  • Stilwahl: von 80er Synthpop bis Dark-Hip-Hop, von Kinderliedern bis Ambient
  • Export-Optionen: Audio und Video, je nach Abo-Modell
  • Zwei Versionen pro Prompt: bietet kreative Vergleichsmöglichkeiten

    So funktioniert Suno AI Schritt für Schritt

    Die Nutzung von Suno AI ist denkbar einfach. Der Prozess erinnert an die Arbeit mit einem Chatbot – nur dass am Ende ein Musikstück statt eines Textes steht:

     

    Account anlegen

    auf suno.ai (kostenlos, mit Upgrade-Optionen)

    Prompt eingeben

    z. B. „Ballade über Teamwork im Jazz-Stil“ oder „elektronischer Poptrack über Nachhaltigkeit“

    Genre und Stimmung wählen

    optional, aber hilfreich

    Song generieren lassen

    2 Versionen werden in ca. 30 Sekunden erstellt

    Download

    als MP3, WAV-Datei oder Video – je nach Abo-Modell

    Es gibt die Möglichkeit, einen eigenen Songtext einzugeben und Personae anzulegen, sodass Creators mehrere Lieder mit derselben Stimme anlegen können.

    Stärken und Schwächen von Suno AI

    Natürlich ist ein Tool wie Suno AI faszinierend – aber funktioniert es auch zuverlässig? Und wie unterscheidet sich die Qualität von professionell produzierter Musik? Damit Sie einschätzen können, was Suno leistet (und wo es noch hakt), haben wir zentrale Aspekte in einer Gegenüberstellung zusammengefasst.

     

    Stärken

    R

    Extrem schnell

    2 Songversionen in unter einer Minute

    R

    Intuitive Bedienung

    kein Vorwissen nötig

    R

    Vielfalt an Stilrichtungen

    von Electro bis Folk

    R

    Beeindruckende Gesangssimulation

    Stimmen wirken authentisch und musikalisch

    R

    Experimentierfreude

    ideal für kreative Brainstormings oder Pitch-Präsentationen

    Schwächen

    Q

    Begrenzte Länge

    aktuell meist 1:20–1:30 Minuten pro Song

    Q

    Keine Nachbearbeitung im Tool möglich

    für Feinschliff ist externe Software nötig

    Q

    Nicht alle Genres gleich gut umgesetzt

    Klassik und komplexer Rap sind schwieriger

    Was sagt das Urheberrecht zu KI-Musik?

    Ein zentraler Punkt, der viele potenzielle Nutzer*innen beschäftigt: Darf man Suno-Songs kommerziell nutzen? Diese Frage ist keineswegs trivial, denn sie berührt gleich mehrere Bereiche – vom Urheberrecht über Lizenzmodelle bis hin zu Fragen der ethischen Nutzung.

    Die gute Nachricht: Suno bietet verschiedene Abo-Modelle, die klare Regeln zur Nutzung mitbringen. Doch die Feinheiten stecken im Detail. Wer etwa auf dem kostenlosen Plan unterwegs ist, darf die erzeugten Songs nur für private oder nicht-kommerzielle Zwecke verwenden – also zum Beispiel für ein Schulprojekt, einen privaten Podcast oder eine Präsentation im kleinen Kreis. Sobald jedoch Inhalte öffentlich verbreitet oder monetarisiert werden – etwa auf YouTube, in Social Ads oder als Teil einer Kampagne –, ist ein Upgrade auf den kostenpflichtigen Pro- oder Premier-Plan erforderlich. Diese erlauben dann auch den kommerziellen Einsatz der KI-generierten Musik.

    Dennoch gilt Vorsicht bei der Verwertung: Eine Anmeldung bei Verwertungsgesellschaften wie der GEMA ist aktuell nicht möglich, da der rechtliche Status solcher KI-Kompositionen noch nicht abschließend geklärt ist. Die Debatte rund um kreative Urheberschaft durch Maschinen ist im Gange – eine gesetzliche Klärung dürfte daher in den kommenden Jahren folgen. Wer KI-Musik nutzt, sollte dies jedoch offen kommunizieren – z. B. mit einem Hinweis im Abspann.

    Zwischen Inspiration und Ausbeutung: Wem gehört KI-Musik wirklich?

    Suno ahmt keine existierenden Künstler*innen nach – jedenfalls nicht gezielt. Das Tool wurde so konzipiert, dass es keine berühmten Stimmen kopiert oder bewusst imitiert. Dennoch basiert das System auf Trainingsdaten, die aus realer Musik bestehen. Die KI hat also durch das Hören und Analysieren zahlloser Songs gelernt, wie ein „typischer“ Pop-, Rock- oder Hip-Hop-Song klingen soll.

    Das wirft eine entscheidende ethische Frage auf: Profitieren KI-Modelle wie Suno von der kreativen Arbeit echter Musiker*innen, ohne dass diese dafür entlohnt werden? In gewisser Weise ja – denn die KI produziert im Stile der Originale, ohne dass Urheber*innen an den Ergebnissen beteiligt sind. Für viele Künstler*innen bedeutet das: Ihre Klangästhetik fließt in neue Werke ein, ohne dass sie selbst je gefragt wurden.

    Suno mag zwar keine gezielten Deepfakes erzeugen, bewegt sich aber in einem Graubereich, in dem Fragen nach Fairness, geistigem Eigentum und ökonomischer Teilhabe neu verhandelt werden müssen. Wer KI-Musik einsetzt, sollte sich dieser Debatte bewusst sein – und verantwortungsvoll mit dem neuen kreativen Werkzeug umgehen.

     

    Sinnvolle Use Cases für Suno

    Suno AI eignet sich besonders für:

    • Social Media: Musik für Reels, Shorts oder TikToks – passgenau, lizenzsicher, schnell
    • Bildung: im Musikunterricht, bei Projekttagen oder als Einstieg in KI-Themen
    • Marketing und Werbung: Jingles, Soundlogos, Kampagnenbegleitung
    • Agenturen: Demos und Mood-Musik für Präsentationen
    • Kunstprojekte: experimentelle Klangideen und interaktive Installationen

     

    Ein interessanter Zusatznutzen: Barrierearme Produktion – Menschen ohne musikalisches Vorwissen können Songs erstellen und publizieren.

     

    Song des Vereins Unternehmerkreis Schöneweide e. V.

    Imagefilm mit Unternehmenssong für die Social-Media-Kanäle von Emmig und Buschko

    Imagefilm mit musikalischer Hintergrunduntermalung im Stil von Computerspielemusik für den Unternehmensauftritt von Lasergame Berlin auf den Social-Media-Kanälen des Unternehmerkreises Schöneweide e. V.

    Fazit: KI-Songs als kreativer Turbo – aber mit Augenmaß

    Suno AI ist kein Ersatz für professionelle Musiker*innen oder Sounddesignende, aber ein faszinierendes Werkzeug für alle, die schnell, unkompliziert und kreativ mit Musik arbeiten wollen.

    Das Tool eignet sich ideal für den digitalen Alltag: vom TikTok-Sound bis zum Bildungsvideo. Es senkt die Schwelle zur Musikproduktion und demokratisiert ein Feld, das lange exklusiv war.

    Doch wie bei allen KI-Systemen gilt: Technik ersetzt nicht das Gespür für Kontext, Zielgruppe und Ethik. Nutzen Sie Suno als Inspirationsquelle, nicht als Endprodukt. Dann entfaltet es seine volle Stärke.

     

    Sie möchten Ihre Inhalte mit individueller Musik aufwerten – sei es für Social Media, Marketing oder Bildungsprojekte? Ob maßgeschneiderte Songtexte, kreative Audio-Untermalung oder ein Lied, das es so kein zweites Mal gibt: Wir unterstützen Sie bei der Umsetzung. Setzen Sie auf einzigartige Musik statt Standard-Sound – sprechen Sie uns an!

    FAQ: Häufige Fragen zu Suno AI

    Ist Suno AI kostenlos nutzbar?

    Ja, mit einem eingeschränkten Funktionsumfang. Die kostenlose Version erlaubt nur nicht-kommerzielle Nutzung und bietet begrenzten Zugriff auf Features.

    Kann man die von Suno AI generierten Songs kommerziell verwenden?

    Nur mit einem kostenpflichtigen Abo (Pro oder Premier). Die generierten Songs dürfen dann auch für Werbung, YouTube oder andere kommerzielle Zwecke genutzt werden.

    Sind die Songs urheberrechtlich geschützt?

    In vielen Ländern nicht, da sie nicht von einem Menschen im juristischen Sinne geschaffen wurden. Eine Eintragung bei Verwertungsgesellschaften wie GEMA ist meist nicht möglich.

    Imitiert Suno AI Stimmen echter Künstler*innen?

    Nein, Suno generiert generische Stimmen und erlaubt keine gezielte Imitation realer Personen.

    Wie lang sind die Songs?

    Die genaue Länge hängt vom Abo-Modell und der Nutzung ab. In Basisversionen sind Songs auf etwa 1–2 Minuten beschränkt.

    Marielle Viola Morawitz

    Marielle Viola Morawitz

    Expertin für generative KI

    Dieser Beitrag wurde von Marielle Viola Morawitz, Inhaberin der Berliner Agentur 2komma8 – Büro für Text, Fotografie und Grafikdesign, in Kooperation mit dem KI-Redakteur und -Spezialisten Robert verfasst. Marielle Viola Morawitz beschäftigt sich mit ChatGPT seit der ersten Stunde und hat sich ein umfangreiches Wissen zu KI-Programmen wie DALL-E, Adobe Firefly, Suno, Leonardo.ai, Luma Dream Machine, Runway oder HeyGen erarbeitet. Sie ist Preisträgerin des Awards „Unternehmen der Zukunft“ und DUP-Botschafterin des BIG BANG KI FESTIVALS.

    Was ist generative KI?

    Was ist generative KI?

    Bild: Marielle Viola Morawitz – 2komma8, mithilfe der generativen KI Leonardo.ai

    Texte, Bilder und Musik auf Knopfdruck? Willkommen im Zeitalter der generativen KI. Doch was bedeutet das eigentlich genau? Und wie kreativ kann eine Maschine tatsächlich sein? Plötzlich ist sie überall: Generative KI. Sie schreibt Werbetexte, illustriert Kinderbücher und komponiert Popsongs. Tools wie ChatGPT, Midjourney oder Suno verheißen eine Revolution der Contentproduktion. Aber was verbirgt sich hinter dem Begriff? Und wie unterscheidet sich generative KI von „klassischer“ Künstlicher Intelligenz? Zeit für einen fundierten Blick.

    Wie funktioniert generative KI? 

    Künstliche Intelligenz (KI) bezeichnet allgemein die Fähigkeit von Maschinen, Aufgaben zu lösen, die bisher menschliches Denken erforderten: Sprache verstehen, Muster erkennen, Entscheidungen treffen. Generative KI geht einen Schritt weiter: Sie erschafft Inhalte, die zuvor nicht existierten.

    Im Gegensatz zur „analytischen“ KI, die etwa Kundendaten auswertet oder Vorhersagen trifft, produziert generative KI neue Texte, Bilder, Töne oder Videos. Die Systeme lernen aus riesigen Datenmengen und nutzen dieses Wissen, um auf Anfragen (Prompts) zu reagieren.

     

    Beispiele für generative KI:

    • ChatGPT: schreibt Texte, beantwortet Fragen, formuliert E-Mails
    • DALL·E/Midjourney: erzeugen Bilder auf Basis von Textbeschreibungen
    • Suno/AIVA: komponieren Musikstücke und Soundtracks

    Wie lernt generative KI?

    Neuronale Netze sind das Fundament moderner KI-Systeme. Sie heißen so, weil sie sich an der Struktur des menschlichen Gehirns orientieren. Doch was passiert in so einem Netz?

    • Neuronen: Jedes künstliche Neuron ist ein Knotenpunkt, der Informationen empfängt, verarbeitet und weitergibt.

    • Layer (Schichten): Diese Neuronen sind in Schichten organisiert – man spricht von Input Layer, Hidden Layers und Output Layer.

    • Verbindungen: Jedes Neuron ist mit vielen anderen verbunden – oft mit tausenden. Die Verbindungen haben „Gewichte“, die bestimmen, wie stark ein Signal weitergegeben wird.

    Infografik zum neuronalen Netz

    Was bedeutet Training?

    Das Netz wird mit Millionen oder Milliarden von Beispielen gefüttert. Es soll daraus lernen, was „typisch“ ist – also z. B., wie ein Satz aufgebaut ist oder wie ein Apfel aussieht. Dabei wird ständig verglichen: Hat das Netz richtig geraten? Wenn nicht, werden die Verbindungsgewichte angepasst – und das Ganze beginnt von vorn. Dies nennt man Backpropagation (Rückwärtskorrektur).

    Je mehr Layer ein Netz hat, desto komplexere Zusammenhänge erkennt es. Man spricht dann von Deep Learning – also tiefem Lernen. Moderne Modelle wie GPT-4 bestehen aus hunderten Layern mit Milliarden Neuronen und Verbindung.

    Generative KI lernt, wie Sprache funktioniert – nicht, was sie bedeutet

    Ein Textgenerator wie ChatGPT hat beim Training unzählige Texte analysiert – Artikel, Romane, Forenbeiträge. Er hat gelernt:

    • welche Wörter häufig zusammen auftreten

    • wie ein typischer Satz aufgebaut ist

    • welche Stile es gibt (formell, werblich, humorvoll …)

    Doch wichtig: Er versteht nicht den Inhalt, sondern erkennt statistische Muster. Deshalb kann KI auch manchmal Unsinn erzählen – oder Dinge erfinden, die logisch wirken, aber falsch sind.

    Ist KI kreativ? 

     

    Künstliche Intelligenz schreibt Gedichte, komponiert Musik, entwirft Logos – doch ist das wirklich Kreativität? Oder bloß Rechnen mit Wahrscheinlichkeiten?

    Kreativität umfasst mehrere Aspekte:

    • Originalität: etwas Neues oder Unerwartetes schaffen

    • Relevanz: etwas schaffen, das innerhalb eines Kontexts als sinnvoll oder ästhetisch gilt

    • Intention: ein Ziel oder eine Aussage verfolgen

    • Bewusstsein: Reflexion über den eigenen Schaffensprozess

     

    Künstliche Intelligenz kann derzeit nur die ersten beiden Punkte erfüllen – und das auf beeindruckende Weise. Sie kombiniert vorhandene Daten, erkennt Muster und generiert daraus neue Inhalte, die oft überraschend, ästhetisch und stimmig wirken.

    Wie kreative KI arbeitet

    Generative KI basiert auf riesigen Datensätzen und komplexen Wahrscheinlichkeitsmodellen. Sie „weiß“ nicht, was sie tut, aber sie simuliert kreative Prozesse so gut, dass ihre Outputs oft mit menschlicher Kreativität verwechselt werden.

    Beispiel: Ein KI-Modell wie Midjourney kann auf Grundlage eines Prompts ein Bild erzeugen, das originell aussieht – doch die Originalität liegt nicht im Modell selbst, sondern in der Mischung aus Daten, Training und menschlichem Prompting.

    Was der KI fehlt, ist Intention und Kontextverständnis. Sie weiß nicht, warum sie etwas erzeugt oder was es bedeutet. Auch echte Innovation – das bewusste Brechen von Regeln – gelingt ihr (noch) nicht eigenständig.

    Darüber hinaus fehlt ihr der emotional-intuitive Zugang: Während ein Mensch einen Text schreibt, um zu berühren oder eine Botschaft zu transportieren, erzeugt KI Worte ohne Absicht.

      Ja, KI kann kreativ erscheinen – im Sinne von variantenreicher, kombinatorischer Schöpfung. Sie ist ein kraftvoller Ideengenerator und Inspirationspartner. Doch sie bleibt auf menschliche Anleitung, Korrektur und Interpretation angewiesen.

      Kreativität im engeren Sinne bleibt ein Zusammenspiel von Technik und Mensch. Die KI liefert Impulse, der Mensch gibt ihnen Bedeutung.

      Was kann generative KI besonders gut und wo liegen ihre Grenzen? 

      Generative KI ist schnell, vielseitig und skalierbar. Ihre Stärke liegt in der ersten Entwurfsphase: Wenn Ideen gebraucht werden, Content in großem Umfang produziert werden soll oder visuelle Prototypen schnell entstehen müssen.

      Typische Anwendungsfälle:

      • Marketingtexte für Webseiten, Newsletter, Social Media
      • Bildideen für Kampagnen, Moodboards oder Storyboards
      • Musik und Sounds für Videos oder Podcasts
      • Skripte und Konzepte für Erklärfilme oder Produktpräsentationen

       

      Dabei ist die Qualität oft überraschend hoch – zumindest für den ersten Wurf. Die KI liefert, was Menschen später verfeinern und anpassen.

       

      So beeindruckend die Technik ist: Generative KI hat auch Schwächen. Sie versteht Inhalte nicht wirklich, sondern erkennt nur Muster. Das kann zu Fehlern, Missverständnissen oder veralteten Informationen führen.

       

      Wichtige Limitierungen:

      • Fakten sind nicht garantiert richtig (z. B. bei historischen oder wissenschaftlichen Themen)
      • urheberrechtliche Grauzonen bei Bild- und Musikgenerierung
      • Wiederholungen und Stereotype in Texten
      • ethische Fragen bei Deepfakes oder manipulativen Inhalten

       

      Generative KI ist kein Ersatz für menschliche Kreativität, sondern ein Werkzeug. Ihre Stärke liegt in der Kombination mit kritischem Denken, Fachwissen und gestalterischem Gespür.

      Generative KI ist mehr als ein Hype. Sie verändert, wie wir Inhalte denken, erstellen und verbreiten. Wer sie richtig einsetzt, kann schneller zu besseren Ergebnissen kommen – aber nicht ohne menschliche Kontrolle.

      Als Agentur verstehen wir generative KI als Werkzeug. Ein kraftvolles Tool, das Ideen beschleunigt, aber nicht ersetzt. Wollen Sie wissen, wie das in der Praxis aussieht? Sprechen Sie uns an.

      Marielle Viola Morawitz

      Marielle Viola Morawitz

      Expertin für generative KI

      Dieser Beitrag wurde von Marielle Viola Morawitz, Inhaberin der Berliner Agentur 2komma8 – Büro für Text, Fotografie und Grafikdesign, in Kooperation mit dem KI-Redakteur und -Spezialisten Robert verfasst. Marielle Viola Morawitz beschäftigt sich mit ChatGPT seit der ersten Stunde und hat sich ein umfangreiches Wissen zu KI-Programmen wie DALL-E, Adobe Firefly, Suno, Leonardo.ai, Luma Dream Machine, Runway oder HeyGen erarbeitet. Sie ist Preisträgerin des Awards „Unternehmen der Zukunft“ und DUP-Botschafterin des BIG BANG KI FESTIVALS.

      Schriftarten für barrierefreie Websites: DSGVO-konform, lesefreundlich und rechtlich sicher

      Schriftarten für barrierefreie Websites: DSGVO-konform, lesefreundlich und rechtlich sicher

      Gute Schrift wirkt – und zwar bei allen. Sie entscheidet mit, ob Ihre Website gelesen, verstanden und wieder besucht wird. Doch gerade online steht sie oft vor einer doppelten Herausforderung: Sie soll nicht nur gut aussehen, sondern auch barrierefrei, DSGVO-konform und rechtssicher sein. Klingt kompliziert? Ist es nicht – wenn man weiß, worauf es ankommt.

      Barrierefreie Typografie

      Barrierefreie Typografie bedeutet, dass digitale Inhalte für viele Menschen zugänglich und ohne Hindernisse lesbar sind – unabhängig von ihren individuellen Fähigkeiten, ihrem Alter oder ihren technischen Voraussetzungen. Besonders betrifft das Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen, Kontrastempfindlichkeit, Farbfehlsichtigkeit, kognitiven Einschränkungen oder Leseschwierigkeiten wie Legasthenie. Aber auch Menschen mit temporären Einschränkungen, etwa nach einer Augen-OP oder bei der Nutzung eines Displays in der Sonne, profitieren von guter, barrierefreier Schriftgestaltung.

      Barrierefreie Typografie achtet auf klare, gut unterscheidbare Buchstabenformen, ausreichend große Schriftgrößen, harmonische Zeilenabstände und ausreichend Kontrast zwischen Schriftfarbe und Hintergrund. Sie verzichtet auf gestalterische Spielereien, die die Lesbarkeit einschränken könnten – etwa zu hohe Strichkontraste, extrem enge Laufweiten, kursiv gesetzte Absätze oder verschnörkelte Akzentschriften im Fließtext.

      Kurz gesagt: Barrierefreie Typografie stellt die Leserlichkeit über das Design und unterstützt aktiv dabei, dass Inhalte inklusiv kommuniziert werden – für alle Menschen.

        Die wichtigsten Kriterien:

        • Hohe x-Höhe: Buchstaben wie „e“ oder „a“ sind besser erkennbar.
        • Ausreichender Kontrast: Textfarbe und Hintergrund müssen sich deutlich unterscheiden.
        • Gute Zeichenunterscheidung: z. B. klares „l“, „I“ und „1“.
        • Großzügiger Zeilenabstand und Schriftgröße (mind. 16 px im Fließtext).
        • Keine Versalien für ganze Absätze: durchgehende Großbuchstaben sind schwer lesbar.

        Systemschriften

        Was sind Systemschriften?

        Systemschriften sind Schriftarten, die bereits auf den Betriebssystemen (Windows, macOS, Linux, iOS, Android) vorinstalliert sind. Das bringt eine ganze Reihe von praktischen Vorteilen mit sich – vor allem im Hinblick auf Performance, Kompatibilität und Datenschutz.

        Vor- und Nachteile von Systemschriften

         Systemfonts sind eine starke strategische Entscheidung – insbesondere dann, wenn Ladezeit, Kompatibilität und rechtliche Sicherheit oberste Priorität haben. Sie bieten viele Vorteile.

         

        Vorteil Erklärung
        schnelle Ladezeiten Da keine Webfonts geladen werden müssen, lädt die Website deutlich schneller.
        kein zusätzlicher Speicherbedarf Die Schrift ist bereits auf dem Endgerät vorhanden – keine Zusatzressourcen nötig.
        maximale Kompatibilität Systemschriften funktionieren auf nahezu allen Geräten und Browsern weltweit.
        datenschutzfreundlich Keine Verbindung zu externen Servern wie Google Fonts → DSGVO-konform ohne Cookie-Banner.
        klare Darstellung auf Screens Viele Systemschriften wie Verdana oder Trebuchet MS wurden speziell für Bildschirme optimiert.
        ideale Wahl für Office und PDFs Der Empfänger sieht mit hoher Wahrscheinlichkeit exakt die gleiche Typografie.
        keine Lizenzkosten Systemfonts dürfen in der Regel kostenlos und kommerziell genutzt werden (Ausnahmen prüfen, z. B. Helvetica).

          Trotz ihrer vielen Vorteile bringen Systemschriften auch Einschränkungen mit – vor allem aus gestalterischer Sicht.

           

          Nachteil Erklärung
          begrenzte Designvielfalt Viele Systemschriften wirken neutral oder überholt, es fehlt der individuelle Stil.
          kein echter Branding-Effekt Einprägsame Schriftbilder lassen sich nur schwer mit Standardfonts erzeugen.
          nicht immer barriereoptimiert Einige ältere Systemfonts sind nicht optimal für Menschen mit Leseschwächen.
          keine typografischen Extras Ligaturen, variable Fonts oder OpenType-Features fehlen meist komplett.

           

           

          Barrierefreie Systemschriften

          Nicht alle Systemschriften sind barrierefrei. Die Schriftart „Impact“ beispielsweise ist sehr kompakt und hat extrem dicke Striche, so gibt es kaum Unterscheidung in den Details. „Courier New“ ist im Fließtext schwer lesbar, da die Monospace-Schrift mit sehr schmalen Punzen daherkommt und „Lucida Console“ ist eher für Codezeilen optimiert, nicht für längere Lesetexte.

          Kostenfrei, kommerziell nutzbar und barrierefreundlich gelten insbesondere:

          • Arial: klassische serifenlose Schrift, gut lesbar, sehr weit verbreitet
          • Verdana: entwickelt für maximale Bildschirmlesbarkeit, große x-Höhe, sehr barrierefreundlich
          • Tahoma: kompakter als Verdana, aber klar strukturiert und gut unterscheidbar
          • Trebuchet MS: humanistische Grotesk, offen, freundlich und stabil lesbar

          Wann ist der Einsatz von Systemschriften sinnvoll?

          Der Griff zur Systemschrift ist nicht immer eine Notlösung – sondern kann bewusst eingesetzt werden, um technische, rechtliche oder konzeptionelle Anforderungen zu erfüllen. Hier sind die typischen Einsatzbereiche:

          • Wenn Ladezeit und Performance entscheidend sind (z. B. bei Mobile-First-Websites).

          • Wenn absolute DSGVO-Konformität ohne Cookie-Banner gewünscht wird.

          • Bei minimalistischen oder neutralen Designs, z. B. für NGOs, Behörden oder Rechtsportale.

          • Für Newsletter, PDFs oder Office-Dokumente, bei denen eine einheitliche Darstellung sichergestellt sein muss.

          • In Projekten ohne Webfont-Budget oder bei sehr eingeschränkten Hosting-Möglichkeiten

          Wer eine technisch saubere, rechtlich unbedenkliche und dennoch zugängliche Webtypografie umsetzen möchte, sollte Systemschriften nicht unterschätzen. Auch wenn sie nicht die gestalterische Tiefe moderner Webfonts bieten, punkten sie mit Geschwindigkeit, Sicherheit und Zuverlässigkeit.

          Für viele Projekte – insbesondere im öffentlichen Sektor, in rechtlich sensiblen Branchen oder bei klar funktional ausgerichtetem Design – sind sie die pragmatische und professionelle Wahl.

          Arial

          Google Fonts

          Trotz der Vorteile von Systemschriften lohnt sich auch ein Blick auf die Google-Fonts-Bibliothek. Denn hier finden sich mittlerweile über 1.500 kostenlose Schriftarten, viele davon mit einem klaren Fokus auf Lesbarkeit, Inklusion und digitale Barrierefreiheit. Besonders Projekte wie Lexend, das speziell zur Verbesserung der Lesegeschwindigkeit entwickelt wurde, oder Atkinson Hyperlegible, das aus der Arbeit mit sehbehinderten Menschen entstanden ist, zeigen: Google Fonts bietet mehr als nur Design.

          Die Plattform punktet zudem mit einer einfachen Handhabung, klaren Open-Source-Lizenzen (SIL Open Font License) und einer stetig wachsenden Auswahl an Schriftarten, die für alle Endgeräte optimiert sind. Wer also auf der Suche nach moderner, gut ausgebauter Typografie ist, wird hier garantiert fündig – solange die Einbindung datenschutzkonform erfolgt.

           

          Barrierefreie Google Fonts:

          • Atkinson Hyperlegible: entwickelt vom Braille Institute of America, hat eine extrem hohe Unterscheidbarkeit zwischen ähnlichen Buchstaben
          • Lexend: entwickelt zur Verbesserung der Lesegeschwindigkeit
          • Merriweather Sans: die beliebte Merriweather für den Fließtext optimiert
          • Noto Sans: exzellente Zeichenabdeckung, hohe Lesbarkeit
          • Roboto: bewährt, vielseitig und technisch
          • Open Sans: freundlich und gut lesbar in allen Größen
          • Source Sans Pro: besonders harmonisch im Lesefluss

          Google Fonts rechtssicher einbinden

          Google Fonts sind beliebt, weil sie kostenlos, vielfältig und einfach in Websites einzubinden sind. Doch die direkte Nutzung über die Server von Google ist aus Datenschutzsicht problematisch: Beim Abruf der Schriftarten wird die IP-Adresse der Nutzer*innen an Google weitergeleitet, was laut deutschem Recht ohne explizite Zustimmung nicht zulässig ist.

          Um Google Fonts dennoch rechtssicher zu verwenden, empfiehlt sich die sogenannte lokale Einbindung. Dabei werden die gewünschten Schriftarten nicht von den Google-Servern geladen, sondern auf dem eigenen Webserver gespeichert und von dort ausgeliefert. So wird die Datenübertragung an Dritte unterbunden und die Nutzung bleibt vollständig DSGVO-konform.

          Google Fonts

          Barrierefreie Schriften im Fließtext

          Im Fließtext zählt vor allem eins: Lesbarkeit. Denn hier finden die meisten Informationen statt – und sie sollen schnell, mühelos und ohne visuelle Stolpersteine aufgenommen werden können.

          Eine gut gewählte Fließtext-Schrift erfüllt mehrere zentrale Kriterien:

          • Hohe x-Höhe: Damit sind die mittelhohen Buchstaben wie „e“, „a“, „n“ oder „o“ gemeint. Eine große x-Höhe verbessert die Erkennbarkeit dieser Zeichen deutlich, insbesondere für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen.
          • Ausgewogene Laufweite: Die Buchstaben sollten weder zu eng noch zu weit gesetzt sein. Enge Laufweiten erschweren das Erkennen einzelner Buchstaben, zu weite erschweren den Lesefluss.
          • Klare Zeichenunterscheidung: Buchstaben wie l, I und 1 sollten klar unterscheidbar sein. Das ist besonders wichtig für Menschen mit Legasthenie oder bei kleinen Bildschirmgrößen.
          • Offene Buchstabenformen: Buchstaben wie „c“, „e“ oder „a“ sollten nicht geschlossen oder stark stilisiert sein. Offenere Formen erleichtern das Erkennen bei schnellen Blickwechseln.
          • Wenig Stilbrüche: Kursive, versale oder verschnörkelte Stile sollten im Fließtext vermieden werden, da sie die Leserlichkeit deutlich mindern.
          • Serifenlos oder moderat-serifenbetont: Serifenlose Schriften wie Lexend, Inter oder Roboto haben sich im digitalen Raum bewährt. Moderat-serifenbetonte Fonts wie Lora oder Merriweather funktionieren auch – wenn sie in guter Schriftgröße und mit klarem Schnitt gesetzt werden.
          • Optimiert für Screens: Die Schrift sollte speziell für die Bildschirmdarstellung entworfen worden sein (z. B. mit Hinblick auf Pixelraster, Klarheit und Renderqualität).

          Besonders serifenlose Schriften schneiden im Fließtext gut ab, weil sie neutral, klar und modern wirken. Sie lassen sich selbst in kleineren Größen gut lesen – auf Desktop wie Mobilgeräten. Viele Systemschriften gehören dazu, wie Arial, Tahoma, Trebuchet MS oder Verdana.

          Headline-Schriften: Starke Wirkung mit guter Lesbarkeit kombinieren

          Headlines sind der erste Blickfang Ihrer Website. Sie strukturieren Inhalte, schaffen visuelle Hierarchie und lenken die Aufmerksamkeit der Besucher*innen. Dabei sollten sie überzeugen, klar verständlich und gleichzeitig barrierefrei sein. Hier gelten etwas andere Regeln als im Fließtext – aber auch hier steht die Lesbarkeit an oberster Stelle.

          Im Unterschied zum Fließtext funktionieren bei Headlines durchaus auch serifengebundene Schriften, weil sie in größeren Größen eingesetzt werden und dadurch ihre charakteristischen Merkmale zur Geltung kommen, ohne die Lesbarkeit zu beeinträchtigen. Besonders moderne Serifenschriften mit mittlerem bis geringem Kontrast zwischen den Linien sowie großzügigem Weißraum sind eine gute Wahl.

          Worauf Sie bei barrierefreien Headlines achten sollten

          • Mindestschriftgröße: Headlines sollten auf Desktopgeräten mindestens 24–28 px haben, auf Mobilgeräten je nach Font mindestens 20 px. Je wichtiger der Inhalt, desto größer die Schrift.
          • Klarer Kontrast: Der Farbkontrast zur Umgebung muss hoch genug sein, um den WCAG-Richtlinien (mind. AA) zu entsprechen. Ideal ist Schwarz auf weißem oder hellem Hintergrund.
          • Vermeide reine Versalien: GROSSGESCHRIEBENE WÖRTER sind schlechter lesbar, da die charakteristische Silhouette der Worte verloren geht.
          • Nicht zu viele Schnörkel oder Ligaturen: Auch wenn sie grafisch reizvoll sind, stören sie den Lesefluss. Moderne Editorial-Fonts wie Lora oder Domine schaffen hier die Balance.
          • Gute Buchstabenunterscheidung: Besonders wichtig bei ähnlichen Zeichen wie I, l, 1 oder O und 0.
          • Ausreichender Zeilenabstand: Besonders bei mehrzeiligen Headlines (z. B. auf Startseiten) sollte der Abstand großzügig genug sein, um optisch Luft zu lassen.

          Serifenschriften als Headline-Favoriten

          Gerade Serifenschriften wie Merriweather, Lora oder Libre Baskerville funktionieren in Headlines hervorragend, da sie über ein klares, elegantes Schriftbild verfügen, das Professionalität und Seriosität vermittelt. In Kombination mit einer serifenlosen Fließtextschrift entsteht ein harmonischer Kontrast, der sowohl optisch reizvoll als auch funktional sinnvoll ist.

          Auch Slab Serifs wie Bitter können eine gute Wahl sein: Sie kombinieren die Betonung der Serifen mit klaren Linien und hoher Robustheit – ideal für selbstbewusste, aber barrierearme Headlines.

          Empfohlene Headline-Schriften (Google Fonts):

            • Merriweather: angenehm lesbar, wirkt kompetent
            • Lora: elegant, aber bodenständig
            • Domine: klar strukturiert, ideal für Headlines
            • Libre Baskerville: klassisch, aber angenehm ruhig
            • Bitter: robust und auffällig
          Merriweather

          Akzentschriften: Dekorativ, aber mit Bedacht einsetzen

          Akzentschriften, insbesondere sogenannte Script Fonts, sind Schriften, die stark an Handschrift oder kalligrafische Gestaltung erinnern. Sie verleihen einem Text einen individuellen, emotionalen oder verspielten Charakter – und werden daher gerne für dekorative Überschriften, Zitate oder gestalterische Highlights genutzt. Ein Beispiel ist die Google Font Great Vibes, die mit schwungvollen Buchstaben an elegante Schreibschrift erinnert.

          Doch Achtung: Script Fonts sind in der Regel nicht barrierefrei. Sie erschweren durch ihre unkonventionelle Formgebung das schnelle Erfassen von Wörtern, vornehmlich für Menschen mit Seh- oder Leseschwächen. Auch auf kleineren Bildschirmen oder bei reduzierten Kontrasten leidet die Lesbarkeit.

          Trotzdem müssen Sie auf Akzentschriften nicht verzichten. Wichtig ist, dass sie gezielt und verantwortungsvoll eingesetzt werden.

           

          Wann und wie lassen sich Script Fonts barrierearm einsetzen?

          Obwohl sogenannte Script Fonts nicht zu den klassischen barrierefreien Schriften zählen, lassen sie sich bei geschicktem Einsatz durchaus in ein barrierebewusstes Webdesign integrieren. Voraussetzung ist jedoch, dass sie keine tragende Rolle bei der Informationsvermittlung übernehmen, sondern gezielt als gestalterisches Stilmittel eingesetzt werden – etwa um Emotionen zu transportieren oder Design-Highlights zu setzen. Achten Sie auf folgende Punkte:

          • nur für einzelne Worte oder sehr kurze Phrasen: etwa als gestalterischer Akzent im Header oder auf Social-Media-Grafiken
          • mindestens 36 px Schriftgröße: alles darunter wird schnell unleserlich
          • hoher Kontrast zum Hintergrund: z. B. weiße Schrift auf dunklem Hintergrund oder umgekehrt
          • nicht in Navigation, Buttons oder Fließtext verwenden: dort sollte immer eine gut lesbare serifenlose Schrift stehen
          • Screenreader-Kompatibilität beachten: verwenden Sie „aria-label“ oder visuell versteckten Alternativtext, falls die Schrift als reines Designelement eingesetzt wird

          Alternativ: Akzentschrift als Bild einbinden

          Wenn Sie eine Script Font aus gestalterischen Gründen unbedingt verwenden möchten, bietet sich auch eine Einbindung als Bilddatei (z. B. PNG oder SVG) an. So haben Sie die volle Kontrolle über die Darstellung – ohne dabei Barrierefreiheit oder Datenschutz zu verletzen. Wichtig ist dann allerdings, dass das Bild mit einem beschreibenden Alternativtext (alt-Attribut) versehen wird.

          Fazit: Akzentschriften sind unter bestimmten Bedingungen erlaubt

          Akzentschriften sind erlaubt – aber nur, wenn sie nicht die Funktion der Informationsvermittlung übernehmen. Sie dürfen schmücken, aber nicht tragen.

          • Mindestens 36 px Schriftgröße
          • Hoher Kontrast zum Hintergrund
          • Alternativtext oder aria-label für Screenreader

          Schriften auf der Unternehmenswebsite verwenden: Lizenzen beachten

          Viele Unternehmen sind unsicher, ob sie Google Fonts oder Systemschriften frei verwenden dürfen. Hier die wichtigsten Fakten:

          Schriftart Lizenzstatus Kommerzielle Nutzung erlaubt?
          Google Fonts Open-Source (SIL/OFL) ja
          Systemfonts Bestandteil von Windows/macOS ja
          Adobe Fonts Lizenz-abhängig über Creative Cloud nur mit aktiver Lizenz
          individuelle Fonts nur mit Kauf- oder Webfont-Lizenz kommt auf Lizenz an

          Tipp: Dokumentieren Sie Ihre Schriftquellen und -lizenzen, besonders im Corporate Design. Das schützt Sie vor Abmahnungen.

          Schriften kombinieren

          Wer barrierefreie Schriften auswählt, steht früher oder später vor der Frage: Welche Schriften passen eigentlich gut zusammen? Die Kombination aus Headline- und Fließtextschrift ist entscheidend für ein harmonisches Gesamtbild – sie beeinflusst sowohl die Wahrnehmung als auch die Lesbarkeit Ihrer Inhalte.

          Eine gelungene Kombination lebt vom Kontrast in der Wirkung, nicht in der Leserlichkeit. Das bedeutet: Die beiden Schriften sollten sich visuell unterscheiden (z. B. Serif vs. Sans Serif), aber dennoch ähnliche Proportionen und Laufweiten aufweisen. So entsteht Spannung ohne Stilbruch.

          Worauf Sie beim Schriften-Matching achten sollten

          Ein gelungenes Schriftkonzept lebt nicht nur von der Auswahl einzelner Schriftarten, sondern auch von deren Zusammenspiel. Besonders bei der Kombination von Überschrift und Fließtext entscheidet sich, wie stimmig, zugänglich und professionell Ihre Website wirkt.

          • Unterschiedliche, aber harmonische Schriftarten: Kombinieren Sie z. B. eine Serifenschrift für Headlines mit einer serifenlosen Schrift im Fließtext.
          • Gleichbleibende Grundstimmung: Modern und modern, klassisch und klassisch. Kombinieren Sie niemals eine verspielte mit einer hochseriösen Schrift.
          • Ausgewogene Kontraste: Schriftarten sollten sich erkennbar unterscheiden, aber nicht gegeneinander „arbeiten“.
          • Nicht mehr als zwei bis drei Schriftarten pro Projekt verwenden. Zu viele Fonts wirken unruhig und mindern die Barrierefreiheit.
          • Gleiche Schriftgrade richtig skalieren: Eine Headline-Schrift braucht andere Abmessungen als eine Fließtext-Schrift, um gleichwertig zu wirken.

          Diese Schrift-Kombinationen eignen sich sehr gut

          Bevor Sie sich für eine Schrift entscheiden, lohnt sich ein Blick auf bewährte Kombinationen aus Headline- und Fließtextfonts. Sie bieten nicht nur visuelle Harmonie, sondern auch eine klare Struktur für Ihre Inhalte.

          Einsatzbereich Empfohlene Kombination (Headline + Fließtext) Wirkung
          Barrierearmes Magazin Merriweather + Inter klassisch und modern zugleich
          Health-Website Lora + Open Sans sanft, vertrauensvoll
          Tech-Startup Domine + Roboto klar, rational
          NGO / Verein Libre Baskerville + Source Sans Pro offen, professionell
          Kreativagentur Bitter + Lexend stark, aber barrierefreundlich

          Coverbild: Marielle Viola Morawitz – 2komma8 – mithilfe von KI-generiert (DALL-E)

           

           

           

          Überprüfen Sie Ihre Website: Sind die eingesetzten Schriften wirklich barrierefrei, DSGVO-konform und lesefreundlich?
          Wenn Sie Unterstützung bei der Auswahl, Kombination oder Implementierung barrierefreier Fonts benötigen, steht Ihnen 2komma8 gern beratend zur Seite.

          Marielle Viola Morawitz

          Marielle Viola Morawitz

          Grafikdesignerin mit einer Vorliebe für Schriften

           

          Dieser Beitrag wurde mit viel Sorgfalt von Marielle Viola Morawitz, Inhaberin der Berliner Agentur 2komma8 – Büro für Text, Fotografie und Grafikdesign, verfasst. Als erfahrene Redakteurin, Content-Strategin und Webdesignerin begleitet sie Unternehmen auf dem Weg zu professioneller, nutzerfreundlicher Onlinekommunikation. Barrierefreiheit ist dabei für sie nicht nur ein Pflichtprogramm, sondern Ausdruck digitaler Fairness und Respekt.

          Der Text entstand aus praktischer Erfahrung, fachlicher Recherche und dem Anspruch, technische, gestalterische und rechtliche Aspekte verständlich und umsetzbar zu vereinen. Bei der Ausarbeitung hat ihr Ihr persönlicher Assistent Pixel, eine generative KI, geholfen.

          Nice oder No-Go? Anglizismen in der deutschen Sprache unter der Lupe

          Nice oder No-Go? Anglizismen in der deutschen Sprache unter der Lupe

          „Anglizismen sind für mich ein No-Go“, sagt der Comedian Torsten Sträter – und nutzt dabei im selben Satz augenzwinkernd selbst einen. Ein geschickt gewähltes sprachliches Paradoxon, das uns schmunzeln lässt und zugleich einen tieferen Einblick in die Realität unserer modernen Sprachwelt offenlegt. Wie viel Wahrheit steckt in dieser Aussage? Sind Anglizismen eine Bereicherung oder verwässern sie unsere Sprache? Willkommen zu einer Reise durch die Deutsch-Englische-Sprachwelt, gespickt mit Anglizismen, bei der wir uns die Geschichte und die vermeintlichen Vor- und Nachteile genauer ansehen. 

          Die Wurzeln der Anglizismen

          Ein Blick in die Vergangenheit zeigt: Die deutsche Sprache hat sich schon immer gewandelt. Wie ein Fluss, der neue Zuflüsse aufnimmt, wird sie durch Worte aus anderen Kulturen schon seit Jahrhunderten bereichert und gestaltet. Anglizismen sind kein modernes Phänomen. Doch mit der Geschichte Deutschlands, der Globalisierung, dem Internet und der Dominanz der englischen Sprache in Medien, Technologie, Wissenschaft und Wirtschaft hat der Einfluss in alle Lebensbereiche hinein enorm zugenommen. 

          Schon im Alltag begegnen uns Begriffe, über die wir nicht einmal mehr als Anglizismen nachdenken und die unsere Großeltern schon weitergegeben haben. „Hobby“, „Camping“, „Disco“, „Jeans“, „Popcorn“ – und bei „Toast“ und „Cornflakes“ hören wir aus dem Radio gewohnt die neuesten ‚Hits‘. Und auch ich verwende hier im Text ebensolche, wie zum Beispiel Internet – statt „weltweites Netz“. 

          Die besondere Situation nach dem Zweiten Weltkrieg öffnete die deutsche Sprachlandschaft für neue Einflüsse. Nach 1945 hinterließ die alliierte Besatzung deutliche Spuren in der deutschen Sprache. Besonders die Amerikanisierung, die durch Soldaten, Filme, Musik und Werbung gefördert wurde, brachte eine Vielzahl englischer Begriffe mit sich. 

          • Sprache und Popkultur: Amerikanische Soldaten brachten nicht nur Coca-Cola und Jazz mit, sondern auch Begriffe wie „Jeep“, „Snack“ und „Club“. Diese wurden schnell Teil des deutschen Alltags.
          • Medien: Amerikanische Filme, Serien und Musik wurden beliebt, was die Akzeptanz englischer Begriffe stark förderte. Worte wie „Star“, „Show“ oder „Hit“ stammen aus dieser Zeit.
          • Militärische Begriffe: Einige Anglizismen wurden durch die militärische Präsenz der Alliierten eingeführt, z. B. Checkpoint oder Camp. 

          Einflüsse aus Popkultur und Medien

          Die US-amerikanische Lebensweise wurde zum Symbol für Freiheit und Fortschritt und führte dazu, dass Anglizismen schnell an Akzeptanz gewannen. Gleichzeitig beeinflussten die Alliierten durch ihre technologischen Innovationen die Sprache. Begriffe wie „Truck“ oder „Service“ aus der Automobilindustrie fanden ebenso Eingang in den deutschen Sprachgebrauch wie viele technische Neuerungen. 

          Auch das Bildungssystem spiegelte diesen Wandel wider, da Englisch zunehmend als erste Fremdsprache gefördert wurde. Zusätzlich etablierten sich durch Medien und Werbung Begriffe wie „Cornflakes“ oder „Fast Food“, die heute wie selbstverständlich klingen. Diese Entwicklungen zeigen, wie eng Sprache, Kultur, Lebensstil und Geschichte miteinander verbunden sind.  

          Die Unterhaltungsindustrie, insbesondere die Musikszene, hat seit der Mitte des 20. Jahrhunderts massiv dazu beigetragen, englische Begriffe in unseren Alltag zu integrieren. Zum Beispiel wurden Wörter wie „Top Ten“ oder „Charts“ anstandslos in die Hitparade übernommen. Als außergewöhnlich beliebte Vertreter der Branche brachten spätestens die Beatles nicht nur den „Rock ’n’ Roll“ nach Deutschland, sondern auch englische Begriffe wie „Single“ oder „Song“. Die Disco-Welle der 1970er bis 1990er führte zu Ausdrücken wie „DJ“ und „Remix“. Hip-Hop brachte Wörter wie „Battle“, „Track“ oder „Flow“ in die Umgangssprache. Die Sprache der deutschen „Hits“ ist also Englisch?

          Sidefact: Nicht so klar dominiert, wie oft vermutet wird! Nationale Single-Produktionen in den Top-100-Jahrescharts hatten 2023 einen Anteil von rund 58 Prozent, wie der Bundesverband für Musikindustrie (BVMI) berichtet. 

          Von „Rock ’n‘ Roll“ bis zu „Hip-Hop“ – englische Begriffe, die durch die Musikszene Einzug hielten, sind längst Teil unserer Alltagssprache geworden. Die internationale Musikindustrie erreichte immer größere Menschengruppen und insbesondere Jugendliche begannen Songtexte mitzusingen und fügten dabei spielerisch englische Wendungen ihrem deutschen Wortschatz hinzu. Musik wurde so – generationstransformierend – zum Sprachbotschafter. 

           

          Einflüsse aus Industrie und Wissenschaft

          Mt der Einführung der Informationstechnologie in jeden Haushalt kam eine weitere Welle von Anglizismen. Die Sprache des Programmierens, die maßgeblich vom Englischen geprägt ist, brachte uns Begriffe wie „Computer“, „Software“ und „File“. Der Begriff „Computer“ ersetzte früh den deutschen Begriff „Rechenmaschine“. Mit der Einführung des Internets wurden Wörter wie „Login“, „Homepage“ und „Browser“ alltäglich. Die E-Mail (von „electronic mail“) wurde so selbstverständlich, dass kaum jemand die deutsche Wendung ‚elektronische Post“ benutzen würde. Begriffe aus der IT-Welt wurden schnell übernommen, da der technische Fortschritt primär im englischsprachigen Raum stattfand und es oft spontan keine einfachen deutschen Alternativen gab. Die digitale Revolution war nicht nur eine technische, sondern ebenso eine sprachliche. 

          Auch in der Wissenschaft prägen Anglizismen die Sprache und sind längst in unseren Alltag angekommen. Begriffe wie „Research“, „Double-Blind-Studie“, „Lockdown“ oder ‚Superspreader“ stammen aus wissenschaftlichen Kontexten und haben durch Medien und öffentliche Diskussionen starke Resonanz erhalten. Besonders während der COVID-19-Pandemie wurde deutlich, wie wissenschaftliche Fachsprache direkt unsere Kommunikation beeinflusst. 

          Warum wir Anglizismen lieben

          Englische Begriffe sind aus unserer Sprache nicht mehr wegzudenken – sie klingen oft moderner, sind kürzer und transportieren ein internationales Lebensgefühl. Ob im Alltag, in den Medien oder im Marketing: Anglizismen machen vieles griffiger und cooler. Aber warum eigentlich? Ein Blick auf drei spannende Aspekte zeigt, warum wir so gern auf englische Wörter setzen:

          • Kürzer, knackiger, cooler: Warum „Schlauchbootfahren“ sagen, wenn „Rafting“ so viel trendiger klingt? Warum „Elektroroller“ statt „E-Scooter“ oder früher einmal: „tragbarer Musikspieler“ statt „Walkman“? „Public Viewing“ klingt doch glamouröser als „Öffentliches Gucken“, oder? Anglizismen verleihen der Sprache oft eine moderne Note und wirken international. 
          • Flexibel und vielseitig: Das Englische kennt oft Wendungen und Begriffe, die im Deutschen entweder zu umständlich oder schlicht nicht vorhanden sind. „(…) der, die, das Fenster, such dir einen aus“, sagt die Comedian Tamika Campbell und spielt damit genau auf diese Umständlichkeit an. Warum nicht einen Artikel für alles benutzen? Oder nehmen wir den Begriff „Influencer“: „Beeinflusser“ würde zwar kaum jemand sagen, aber neben dieser Bedeutung schließt er Meinungsmacher, Trendsetter oder Ratgeber elegant mit ein.
          • Marketing und Medien: Ob „Coffee to go“, „Sneaker“ oder „Event“ – englische Begriffe sprechen das Gefühl an, Teil eines globalen Lebensstils zu sein. Marken und Kampagnen setzen gezielt auf Anglizismen, um modern und international zu wirken. „Black Friday“ klingt eben reißerischer als „Rabatt-Freitag“. Auch Werbeslogans wie „Just do it“ oder „Think different“ entfalten ihre Wirkung durch die Kürze und Prägnanz des Englischen. Medien verbreiten Begriffe durch ihre Präsenz in Filmen, Serien oder Artikeln, sodass sie rasch Teil unseres Alltags werden. 

           

          Infografik: Warum wir  Anglizismen lieben

          Warum Anglizismen manchmal nerven

          Doch so schön es klingt, manchmal übertreiben wir es auch. Warum nennen wir es „Sale“, wenn „Schnäppchenjagd“ doch viel aufregender klingt? Oder „After-Work-Party“, wenn „Feierabend-Bierchen“ doch genauso gut klingt – nur entspannter? 

          Und wer könnte die Verwirrung vergessen, als „Handy“ zum deutschen Begriff für Mobiltelefon wurde? Ein Begriff, der in der englischen Sprache so gar nicht existiert, dafür aber auf den ersten Blick viele Muttersprachler*innen in die Irre führt. Während die Deutschen den Begriff längst als selbstverständlich sehen, fragen sich britische Landsleute bis heute, warum bei einem Mobiltelefon eigentlich „praktisch zur Hand“ im Fokus liegt? Während uns das Wort „Handy“ längst ans Herz gewachsen ist, gibt es andere Anglizismen, die auf den ersten Blick vertraut wirken, aber mit einer völlig anderen Bedeutung übernommen wurden.  

          Ein „Oldtimer“ ist für uns ein schickes Auto, das an die 1970er erinnert – für einen Engländer jedoch der freundliche Rentner von nebenan. Solche Bedeutungsverschiebungen und das Wort „Handy“, können amüsieren, zeigen aber auch, wie kreativ wir mit Sprache umgehen. Kein Wunder, dass solche Bedeutungswechsel manchmal für ein Stirnrunzeln sorgen. 

           

          Deutsch für English-People – Missverständnisse garantiert

          Hier kommt noch einmal Tamika Campbell ins Spiel. Die Comedian hält uns auf charmant-satirische Weise den Spiegel vor und zeigt, wie verwirrend die deutsche Sprache wirken kann. Sie scherzt: „Fahren sie gerade aus. (…) Ich dachte so oft, sind die Deutschen so dumm, dass sie das aus am Ende der Gerade gebraucht haben. Hatte derjenige nicht verstanden, wenn ich sage, fahren sie gerade, brauchtest du die Erklärung von gerade? Vielleicht hat jemand gesagt: Wie gerade? Gerade wie? Was meintest du genau mit gerade? Ach so! aus, jetzt kapier’ ich’s! Oder hier: Ich wohne mit ihm zusammen. Kannst du mit ihm getrennt wohnen? (…) You don’t say in English: I live with him together. I live with him. Wir verstehen das (es) zusammen ist.“     

          Ihr Humor zeigt: Deutsche Redewendungen sind oft herzlich unsinnig, aber gerade das macht sie so liebenswert. Gleichzeitig zeigen sie, dass auch unsere Sprache nicht immer logisch ist. Und da wirken englische Wendungen manchmal wie eine Erlösung – klar, einfach und direkt.  

          Pro und Contra im Alltag

          Ob im Büro, in der Werbung oder auf Social Media – Anglizismen polarisieren. Während die einen Homeoffice als zeitgemäß empfinden, vermissen andere die vertraute Klangfarbe der deutschen Sprache bei neuen Begriffen wie Meet oder Team Call“. Doch diese etablieren sich oft schneller in unserem Alltag, als wir darüber nachdenken können, ob wir passende deutsche Alternativen bevorzugen würden. Die Dynamik des Wandels zeigt, wie sehr sich Sprache unserer Zeit anpasst – und uns manchmal überrascht. Fakt ist: Es gibt heutzutage keine klare Antwort darauf, wann ein Anglizismus passend ist und wann nicht. Er ist aber oft schon nicht mehr wegzudenken. Manchmal ist es noch eine Frage des persönlichen Geschmacks und immer weniger, eine der Sprachkompetenz. 

          Infografik zu Pro und Co ntras von Anglizismen

          Die goldene Mitte? Ein Blick in die Zukunft

          Anglizismen haben unsere Sprache bereichert, ohne sie zu überlagern. Ein gesundes Gleichgewicht ist heute der Schlüssel – für mich als Musiker ist es so wie mit einem harmonisch abgestimmten Mischpult, bei dem wir nur die besten Töne aufdrehen. 

          Doch wohin führt uns das langfristig? Englisch wird von weit mehr Menschen auf der Welt gesprochen als Deutsch. Vielleicht entsteht ja bei uns eine Mischung aus Deutsch und Englisch? Gene Roddenberry, der Schöpfer von Star Trek, stellte sich mit seinem humanistischen Ansatz eine Zukunft vor, die sich auf das Verständnis und die Zusammenarbeit aller Menschen und Kulturen stützt. Vielleicht reden wir eines Tages fließend Denglisch – und wir werden es nicht einmal bemerken. 

          Die deutsche Sprache hat sich stets verändert, und diese Veränderung ist Teil ihrer Identität. Offene Systeme überleben. Doch in einer Welt des Wandels stellt sich die Frage: Wo endet Identität, und wo beginnt die Offenheit für Neues? Sind wir auf dem Weg, globale Bürger*innen oder gar Kosmopoliten und Kosmopolitinnen zu werden, die sich mit einer Sprache der Verbindung ausdrücken? Vielleicht ist, was heute als Kontrast erscheint, morgen schon die lösende Harmonie. 

           

          Fazit:

          Sprache ist wie ein Spiegel unserer Zeit – sie ist dynamisch, sie verbindet uns und manchmal bringt sie uns auch ins Grübeln. Ob „Sale, „After-Work-Party oder „Fahren sie gerade aus – sie lebt, wandelt sich und bringt uns zusammen. Doch dieser Wandel fordert uns auch heraus. Wir sollten uns fragen: Wie können wir Sprache so gestalten, dass sie Brücken baut und nicht Mauern errichtet? Die Offenheit für Neues ist keine Bedrohung, sondern eine Chance, gerade in einer immer vernetzteren Welt. 

          Vielleicht liegt die Lösung in einem liebevollen Blick auf unsere Eigenheiten und einer Vision, die uns über Sprachgrenzen hinweg vereint. Schätzen wir die beachtliche Ausdruckskraft der deutschen Sprache und seien wir gleichzeitig Visionäre! Sprache kann uns verbinden, wenn wir sie mit Bedacht nutzen.  

          Der richtige Umgang mit Anglizismen

          Ein pragmatischer Ansatz könnte sein: Passt der Begriff zur Zielgruppe und zum Textzweck? Wenn ja, warum nicht? Aus kultureller Perspektive belebt Sprache sich durch ihren Kontext – Anglizismen können Stil und Klarheit schaffen. Kreativität erlaubt uns sogar, eigene Begriffe zu formen, die modern und frisch wirken. Der Schlüssel ist immer, die Perspektive der Leser*innen einzunehmen: Werden sie den Begriff verstehen, oder schreckt er sie ab? Eine Mischung aus englischen und deutschen Begriffen bereichert, solange sie harmonisch bleibt. Lassen Sie uns daher nicht über richtige oder falsche Worte streiten, sondern überlegen, wie wir sie gemeinsam nutzen, um einander besser zu verstehen.

           

          Coverbild: Photoboyko – Getty Images (Canva)

           

           

           

          Unsere Lektor*innen helfen Ihnen gern, die Balance zu finden. Unser Ziel ist es, Texte klar, ansprechend und zielgruppengerecht zu gestalten – mit oder ohne Anglizismen. 

          Ein Jahr Threads in Deutschland – ein Resümee

          Ein Jahr Threads in Deutschland – ein Resümee

          Vor rund einem Jahr sorgte Meta mit Threads für einen Paukenschlag in Deutschland: ein textbasierter Social-Media-Dienst als „Twitter-Konkurrent“, eingebettet in das Instagram-Ökosystem. Die Erwartungen waren hoch, der Start vielversprechend. Doch wie sieht die Bilanz nach einem Jahr aus? Wie intensiv wird Threads genutzt, wer ist dort aktiv und lohnt sich die Plattform für Unternehmen? Wir werfen einen Blick auf die Entwicklung von Threads in Deutschland und vergleichen sie mit der Plattform X, ehemals Twitter.

          Wie intensiv nutzen die Deutschen Threads?

          Threads startete mit beeindruckenden Nutzerzahlen: Innerhalb von 5 Tagen registrierten sich weltweit über 100 Millionen User. In Deutschland waren es in den ersten 3 Tagen 550.000 Downloads. Zum jetzigen Zeitpunkt verzeichnet die Plattform rund 300 Millionen monatlich aktive Nutzerinnen und Nutzer. Für Deutschland gibt es keine aktuellen Zahlen. Die Interaktionen auf Threads sind im Vergleich zu Plattformen wie Instagram oder X geringer. Dennoch gibt es in spezifischen Communitys, beispielsweise im Bereich Lifestyle, Technologie und Nachhaltigkeit, engagierte Nutzergruppen. Besonders Creator*innen und Unternehmen, die einen dialogorientierten Ansatz verfolgen, scheinen auf Threads aktiv zu sein.

           

          Wer nutzt Threads?

          Die Plattform spricht vor allem junge Erwachsene an, die bereits stark in das Instagram-Ökosystem eingebunden sind. Unternehmen und Creator*innen nutzen Threads häufig als Verlängerung ihres Instagram-Auftritts.

           

          • Junge Erwachsene: Threads zieht vor allem junge Erwachsene an, die bereits aktiv Teil der Instagram-Community sind und hier ergänzend Inhalte konsumieren oder teilen.

          • Unternehmen und Marken: Sie nutzen Threads als Verlängerung ihres Instagram-Auftritts, insbesondere zu Themen wie Lifestyle, Popkultur und Nachhaltigkeit, und setzen dabei auf eine lockere, persönliche Ansprache.

          • Creator*innen und Influencer*innen: Diese Gruppe nutzt Threads, um ihre Reichweite auszubauen und den Austausch mit ihrer Community intensiver zu gestalten.

          • Fachleute: Expert*innen aus den Bereichen Technologie und Innovation diskutieren auf Threads aktuelle Trends und Entwicklungen, um sich zu vernetzen.

           

           

          Bisher bleibt Threads allerdings noch wenig vielfältig, da sich die Nutzenden kaum von der bestehenden Instagram-Zielgruppe unterscheiden.

             

            Nutzen für Unternehmen: Potenziale und Praxis

             

            Einige Unternehmen haben Threads erfolgreich in ihre Kommunikationsstrategie integriert. Sie nutzen die Plattform, um nahbar zu wirken und Gespräche mit ihrer Community zu führen. Ein Beispiel ist eine nachhaltige Modemarke, die Threads nutzt, um Einblicke hinter die Kulissen zu gewähren und schnelle Feedbackschleifen zu generieren.

             

            Content-Tipps:

            • Persönlichkeit zeigen: Threads eignet sich für lockere, informelle Kommunikation.
            • Kurz und knackig: Beiträge mit einem Mix aus Text und visuellem Content kommen gut an.
            • Dialog statt Monolog: Unternehmen sollten Threads nicht als Werbeplattform, sondern als Diskussionsraum nutzen.

            Diese Unternehmen machen es vor

            In Deutschland haben einige Marken auf Threads durch humorvolle Inhalte eine beachtliche Anhängerschaft gewonnen und erzielen hohe Interaktionsraten:

             

            • Teekanne: Das Unternehmen hat mit kreativen Wortspielen und humorvollen Beiträgen, wie dem „Mausi-Tee“, viele neue Fans auf Threads gewonnen.
            • ProSieben: Der Fernsehsender nutzt kurze, witzige Posts, die genau den Ton der Threads-Community treffen, und erzielt damit hohe Interaktionen.
            • Carrera: Der Spielzeughersteller begeistert mit humorvollen Beiträgen rund um die Welt der Rennbahnen und spricht damit sowohl Kinder als auch Erwachsene an.
            • Deutsche Bahn: Mit einem Mix aus ironischen Antworten auf Beschwerden und kreativen Memes hat sich die Deutsche Bahn auf Threads als unterhaltsame Marke etabliert.

            Threads vs. X: Ein ernstzunehmender Konkurrent?

             

            Threads wurde oft als potenzieller „Twitter-Killer“ gehandelt. Doch nach einem Jahr zeigt sich: Threads hat seine eigene Nische gefunden, ohne X zu verdrängen.

            Plattformvergleich:

            • Threads: Dialogorientiert, einfacher Zugang durch die Instagram-Integration, weniger Reichweite.
            • X: Vielfältige Zielgruppen, hohe Reichweite, aber zunehmend von kontroversen Diskussionen geprägt.

             

             

            Threads punktet vor allem bei Nutzer*innen, die X den Rücken gekehrt haben, aber dennoch an textbasierten Plattformen interessiert sind. Für Unternehmen, die einen positiven und persönlichen Austausch suchen, ist Threads eine Überlegung wert.

             

            Empfehlung: Lohnt sich Threads für Unternehmen?

            Die Antwort hängt von Ihrer Zielgruppe und Ihren Zielen ab:

            • Geeignet für: Unternehmen mit Fokus auf Community-Building und dialogorientiertem Content.
            • Nicht ideal für: Unternehmen, die schnelle Reichweite und hohe Sichtbarkeit suchen.

             

            Threads ist aktuell kein Must-have, ist jedoch ein wertvoller Zusatzkanal – besonders, wenn Ihre Zielgruppe bereits auf Instagram aktiv ist.

             

            Fazit:

            Ein Jahr nach dem Start zeigt Threads Licht und Schatten. Die Plattform hat ihre Stärken in der Community-Bindung, bleibt aber in puncto Reichweite hinter anderen Netzwerken zurück. Für Unternehmen, die den direkten Dialog mit ihrer Zielgruppe suchen, bietet Threads spannende Möglichkeiten. Doch ob sich der Aufwand lohnt, hängt davon ab, wie gut Threads zur eigenen Strategie passt. Die Frage bleibt: Setzen Sie auf eine Nische – oder warten Sie, bis Threads den nächsten großen Entwicklungsschritt macht?

            Coverbild: scyther5 – Getty Images (Canva)

             

             

             

            Lohnt sich Threads für Ihr Unternehmen? Kontaktieren Sie uns noch heute und wir nehmen eine Analyse vor!

            Cookie Consent mit Real Cookie Banner